Haute Couture & Prêt à porter
Haute Couture ist das französische Wort für die hohe Schneiderkunst. Wobei es sich im weitesten Sinne um die in der Modewelt den Ton angebende Schneiderkunst, das schöpferische Schaffen im eigentlichen Sinne geht. Es die Bezeichnung für das richtungsweisende Modeschaffen des Pariser Modesalon, die sich seit dem Jahr 1868 in der „Cambre Syndicale de la Couture Parisiene“ zusammengeschlossen haben. Die von der Haute Couture hergestellten und in jährlich zwei Modeschauen vorgeführten Kollektionen entstehen nach den Entwürfen namhafte Modeschöpfer in sehr hochwertiger Fertigung. Welcher Modesalon zur Haute Couture gehören darf entscheidet ein entsprechendes Fachgremium.

Begründet wurde die Haute Couture war der seit der in der Mitte des 19. Jahrhunderts in Paris ansässige englische Modekünstler Charles Frederic Worth. Worth begann seine Karriere mit der Ausbildung zum Verkäufer von Stoffen in zwei der renommiertesten Kaufhäusern Londons. Als er im Jahre 1845 nach Paris umsiedelte arbeite er noch einige Zeit weiter als Stoffverkäufer der sich auf Stoffe aus Seide spezialisiert hatte. Als er seine Kollegin Marie Vernet heiratete wurde Sie zu seinem ersten Model mit der er seine ersten Kreationen wie Schals und Hüte dem interessierten Publikum präsentierte. Durch seine ersten Erfolge angespornt eröffnete Worth 1858 sein Modehaus mit dem klingenden Namen: „Worth et Bobergh“ in der Rue de la Paix in Paris. Die ersten errungenen Erfolge setzten sich mit seinem Modehaus fort. Er erreichte in kürzester Zeit einen hohen Bekanntheitsgrad, der bis in die höchsten internationalen gesellschaftliche Kreise reichten. Worth entwarf für die Gemahlin des österreichischen Botschafters in Frankreich eine Abendgarderobe, welche von ihr anlässlich eines Staatsballs getragen wurde und der Kaiserin Eugénie ins Auge fiel und Worth kurzerhand zum Hoflieferanten ernannte. Zu seinen weiteren Kunden zählte unter anderem die berühmte österreichische Kaiserin Elisabeth von Österreich, auch bekannt als „Sisi“. Das Modehaus von Worth wurde über die Generationen hinweg weitergeführt bis es im Jahre 1956 für immer seine Pforten in Paris schloss. Die in der Zwischenzeit eröffnete Zweitniederlassung des Worthschen Modehauses in Londen musste in den siebziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts seine Türen für immer schließen.

Auch wichtige Persönlichkeiten Paul Poiret, Coco Chanel, Christian Dior gaben in ihrer Zeit wichtige richtungsweisende Impulse. In den fünfziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts kam es auf dem internationalen Parkett zum Zusammenschluss von italienischen Modeschöpfern zur so genannten „Alta Moda Italiana“, welche sich zu einer ersten ernst zunehmenden Konkurrenz zur Pariser Haute Couture entwickelte. Seit 1960er Jahren führte der Erfolg junger Modedesigner auch bei den Vertretern der Haute Couture zu eigenen Prêt à porter Kollektionen. Bei diesen Prêt à porter Kollektionen handelt es sich um von Modeschöpfern entworfene Konfektionskleidung. Im engeren Sinne beschreibt der Begriff Prêt à porter Mode, die bereit ist um getragen zu werden. Das bedeutet, dass es sich im Gegensatz zur Haut Couture, welche nur Mode für die Models zu präsentieren auf dem Laufsteg entwirft und es in der Regel immer Einzelstücke sind, Mode in den klassischen Standardgrößen entwirft und sie im fertig hergestellten Zustand auf dem Markt zu haben ist. Im weitesten Sinne kann man Prêt à porter auch mit von der Stange übersetzen. Einige der bekanntesten Modeschöpfer entwickeln komplette Prêt à porter Produktlinien für den Markt, welche dann durch die Industrie in Massenfertigung hergestellt werden.

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